Blogging mit Ghost: Eine moderne Alternative zu WordPress
Ich habe über ein Jahrzehnt lang mit WordPress gearbeitet und in dieser Zeit unzählige Webseiten und Blogs für Kunden – und auch für mich selbst – umgesetzt. WordPress ist das Nonplusultra, wenn es um flexibles und funktionsreiches Content-Management geht. Doch für das Bloggen allein wurde mir Wordpress mit der Zeit zu schwerfällig. Ständige Updates, Sicherheitslücken, zu viele Plugins, Performanceprobleme – all das hat mich immer wieder ausgebremst.
Nach einer Recherche habe ich Ghost entdeckt – und war begeistert. Ghost bringt genau das mit, was ich mir von einer modernen Blogging-Plattform wünsche: Eines, das schnell performt, unkompliziert ist und schön aussieht. Hier ein kurzer Einblick, warum ich Ghost für das „einfache“ Bloggen heute besser finde als WordPress:
Was ist Ghost?
Ghost ist ein Open-Source-CMS, das speziell für das Publizieren von Inhalten entwickelt wurde. Die Plattform wurde 2013 offiziell veröffentlicht, nachdem Gründer John O'Nolan seine Idee bereits im Jahr zuvor in einem Blogbeitrag vorgestellt hatte. Entwickelt wird Ghost von der Ghost Foundation als Open-Source-Projekt, und zwar von Anfang an komplett remote – lange bevor das für viele Unternehmen zur Norm wurde.
Spannend finde ich auch, dass selbst große Namen wie Apple auf Ghost setzen – etwa für ihren offiziellen Newsroom. Das zeigt, dass die Plattform nicht nur bei unabhängigen Blogger:innen beliebt ist, sondern auch im professionellen Umfeld überzeugt.
Was mich besonders an Ghost begeistert, ist der klare Fokus auf Publishing. Es ist kein überladenes Baukastensystem, sondern bietet genau das, was man für Blogs, Online-Magazine oder Content-getriebene Websites wirklich braucht.
Ghost ist unkompliziert
Ghost kommt mit einer klaren, aufgeräumten Benutzeroberfläche, die wirklich nur das bietet, was man zum Schreiben und Veröffentlichen braucht. Neue Beiträge lassen sich in Markdown oder über einen intuitiven Editor erstellen – ohne Ablenkung. Es fühlt sich fast an wie das Schreiben in einem digitalen Notizbuch.

Ghost ist schnell
Basierend auf Node.js, was für moderne Web-Performance optimiert ist, lädt Ghost die Seiten blitzschnell, und auch der Adminbereich reagiert ohne Verzögerung. Im Vergleich dazu wirkt WordPress mit seinen vielen PHP-Abfragen und Plugins oft träge – gerade bei größeren Seiten. Und: Ghost braucht kein Caching-Plugin, um schnell zu sein – es ist von Haus aus auf Performance getrimmt.



Ghost ist kostengünstig
Wer Ghost selbst hostet, kommt mit minimalen Serveranforderungen aus und kann viel Geld sparen. Auch die offizielle Ghost(Pro)-Version ist im Vergleich zu WordPress-Hosting mit vergleichbarem Funktionsumfang fair bepreist (ab 9€ pro Monat) – vor allem, wenn man bedenkt, dass man sich um Updates, Sicherheit und Wartung nicht mehr kümmern muss.
Es gibt also (noch) keine versteckten Kosten durch Premium-Plugins oder Themes, während die Kosten bei Wordpress durch Themes, Page-Builder, diverse externe Services (Back-Up, Bildkompression, etc.) schnell auf 200€ pro Jahr laufen könnte.
Ghost ist für Publikationen gemacht
Ghost richtet sich an Einzelpersonen und Teams, die Inhalte veröffentlichen, Newsletter versenden oder ihre Community monetarisieren möchten. Integrierte Funktionen wie Mitgliedschaften, E-Mail-Marketing und Paywalls machen Ghost zu einem echten Werkzeug für Creators.
Ghost ist mobil
Ghost funktioniert einwandfrei auf mobilen Geräten, egal ob auf einem Tablet oder Handy. Für schnelle und unkomplizierte Änderungen unterwegs.
Nachteile von Ghost
- Weniger Plugins & Themes: Im Vergleich zu WordPress gibt es bei Ghost kaum Auswahl an Erweiterungen und Themes. Wer spezielle Funktionen oder individuelles Design sucht, muss also selbst Hand anlegen oder Entwickler beauftragen.
- Markdown statt visueller Editor: Für viele ein Vorteil, aber nicht jeder kommt mit Markdown gut zurecht. Der Editor ist zwar modern und klar, aber wer Drag & Drop oder WYSIWYG-Editing wie bei WordPress gewohnt ist, muss sich umstellen.
- Technischer Einstieg bei Selbsthosting: Wer Ghost selbst hosten will, braucht zumindest grundlegende Serverkenntnisse (Node.js, CLI, Updates via Terminal). Shared Hosting wie bei WordPress funktioniert nicht – Ghost läuft nicht auf klassischem PHP-Hosting.
- Kein vollwertiges CMS: Ghost ist bewusst auf Content und Publishing reduziert. Wer damit z. B. komplexe Webshops, Verzeichnisse oder Portale aufbauen will, stößt schnell an Grenzen.
- Einschränkungen bei Designs: Ghost bietet viele schöne Themes an, diese kann man aber schwer individualisieren. Für Extrawünschen ist also wieder eigene Programmier-Fähigkeit gefragt.
- Keine große Community wie WordPress: WordPress hat eine riesige Community, zahllose Tutorials, Foren und Lösungen für jedes Problem. Bei Ghost ist die Community kleiner und technischer – Hilfe findet man, aber nicht in der gleichen Breite.
- Einige Funktionen nur in der Pro-Version: Wer Features wie Mitgliederverwaltung, Newsletter-Versand oder Analytics ohne eigenen Aufwand nutzen will, muss auf Ghost(Pro) setzen – was im Abo-Modell teurer sein kann als manches günstige WordPress-Hosting.
Was noch fehlt...
- Übersetzungen: Der Interface von Ghost ist auf englisch, was nicht schlimm ist. Jedoch würde ich gern einige Elemente in Ghost-Themes auf Deutsch übersetzen können, und hier weiß ich noch nicht genau wie.
- Mediathek-Funktion: Es wäre wünschenswert, wenn Ghost eine Mediathek ähnlich wie bei WordPress bieten würde, in der man Bilder und andere Dateien übersichtlich verwalten kann. Derzeit lassen sich Dateien nur über einen FTP-Client organisieren, was wenig komfortabel ist.
- Backups: Wenn ich Ghost selbst hoste, muss ich manuell Backups meiner Ghost-Seite erstellen, was auf Dauer etwas mühsam sein kann. Eine automatisierte Backup-Lösung wäre hier sehr hilfreich.
Fazit
Wie bei allen Systemen hat Ghost seine Vorteile und Nachteile. Meine Anforderungen sind jedoch: Ich will einen Blog haben, der
- ... leicht zu verwalten ist,
- ... gut aussieht,
- ... kostengünstig ist,
- ... stabil läuft,
- ... einen sauberen Interface hat und
- ... schnell lädt.
All das habe ich bei Ghost gefunden – und das funktioniert sowohl in der kostenpflichtigen Variante Ghost(Pro) als auch in der selbstgehosteten Version sehr gut.
Wer einfach nur bloggen möchte – ganz ohne technischen Overhead – wird Ghost lieben. WordPress bleibt natürlich ein mächtiges System, vor allem für komplexe Websites. Doch wenn der Fokus auf schlankem, effizientem Content liegt, ist Ghost für mich heute die klar bessere Wahl.